„PUR trifft Grönemeyer“ – Herbstkonzert des Harmonika Club Karlsdorf-Neuthard
Auch 2018 lud der Harmonika-Club Karlsdorf-Neuthard wieder zu seinem jährlichen Herbstkonzert in die Bruchbühlhalle nach Neuthard ein. Wie im vergangenen Jahr konnte sich eine große Zahl an Zuhörern an einem stilistisch vielfältigen und variantenreichen Programm erfreuen. Neben den beiden Orchestern des Vereins wurden – aufgrund des Erfolges im vergangenen Jahr – wieder die Sänger Chris Becker und Stefan Kistner eingeladen, um dieses Mal ein Treffen zweier bekannter deutscher Rock- und Pop-Künstler auf der Bühne zum Besten zu geben.
Das 1. Orchester unter der Leitung von Wilhelm Nill eröffnete den Konzertabend mit „Haydn-Highlights“, einer Zusammenstellung verschiedener Melodien aus Werken von Joseph Haydn (u.a. Trompetenkonzert, Sinfonie mit dem Paukenschlag, Kaiserhymne). Das Potpourri ist so konzipiert, dass sich schnelle und virtuose Themenmelodien mit langsamen und ruhigen abwechseln. Den Rahmen bildet die „Kaiserhymne“, besser bekannt als „Deutsche Nationalhymne“. Von Beginn an waren neben dynamischen Abstufungen auch Virtuosität und innere Ruhe von den Spielerinnen und Spielern gefordert, die gut hörbar umgesetzt wurden.
Nach bekannten und eingängigen Melodien widmete sich das Orchester der Interpretation von „City Moments“, einer Komposition für Akkordeon-Orchester von Hans-Günther Kölz, einem renommierten Komponisten und Dozenten für Akkordeonmusik. In dem fünfsätzigen Werk sollen verschiedene Momentaufnahmen aus verschiedenen Orten im Leben einer Großstadt musikalisch und klanglich dargestellt werden: Zunächst eine idyllische Momentaufnahme, wie die Stadt am Morgen erwacht, dann ein hohes Verkehrsaufkommen in einer „Rush Hour“, gefolgt von verschiedenen Szenen im Stadtpark, schließlich eine Momentaufnahme an einer U-Bahn-Station, bei der eine U-Bahn einfährt, hält und wieder die Station verlässt, und abgeschlossen durch eine „Soul Night“.
Die Komposition stellt die Ausführenden vor ungewohnte Herausforderungen und entlockte den Akkordeons auch für die Zuhörer ungewohnte Klänge: So werden bestimmte Bewegungen mit dem Balg des Akkordeons eingesetzt, um das Hupen von Autos in einem städtischen Verkehrschaos klanglich ohrenfällig zu machen, und das mehrfache Klopfen mit der Handfläche auf die Akkordeons bildet lautmalerisch eine ein- und wieder abfahrende U-Bahn ab.
Das Orchester stellte sich dieser Herausforderung auf beeindruckende Weise, Moderator Joachim Benner führte die Zuhörer gut zu den programmatischen Inhalten der einzelnen Sätze hin.
Mit einer weiteren Originalkomposition für Akkordeonorchester, dem „Samba Brasilena“ von Ronny Fugmann, schloss das 1. Orchester den ersten Konzertteil ab. Passende südamerikanische Rhythmen und Klänge charakterisieren dieses Werk, darum wurden auch in die Darbietung verschiedene Percussionsinstrumente einbezogen.
Im Anschluss nahm das Seniorenorchester auf der Bühne Platz. Mit einer Paraphrase, ursprünglich für 2 Akkordeons von Curt Mahr und für Orchester bearbeitet, über das Lied „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ aus der Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller eröffneten die Spielerinnen und Spieler unter der Leitung von Markus Bellm ihre Darbietungen. In der Ausführung interpretierten die Spielerinnen und Spieler gekonnt die vielfältigen Abstufungen von Tempo, Dynamik, Artikulation und Charakter.
Darauf brachte das Seniorenorchester eine Zusammenstellung dreier Songs von Vicky Leandros zu Gehör, gefolgt von „Grüße aus den Bergen“, eine Komposition für Akkordeon im Stil eines alpenländischen Walzers.
Mit dem 1912 von Militärmusiker Rudolf Herzer komponierten Marsch „Hoch Heidecksburg“, benannt nach dem gleichnamigen Schloss in Rudolstadt, wo das Regiment des Komponisten stationiert war, beschloss das Seniorenorchester den zweiten Konzertteil. Der Marsch fordert aufgrund der Länge und der vielseitig zu artikulierenden Themen in verschiedenen dynamischen Abstufungen ein enormes Maß an spielerischer Vielseitigkeit, musikalischer Leichtigkeit und interpretatorischem Feingefühl. All dies war in der Darbietung der Spielerinnen und Spieler erkennbar, insbesondere Waltraud Berger am Keyboard hatte im Arrangement einen besonders anspruchsvollen und vielseitigen Part zu bewältigen.
„PUR trifft Grönemeyer“ – unter dieser Überschrift standen die musikalischen Darbietungen nach der Konzertpause. Gestaltet wurde der letzte Konzertteil von Chris Becker alias Herbert Grönemeyer und von Stefan Kistner alias Hartmut Engler, dem Sänger der Band PUR, sowie dem 1. Orchester mit Dirigent Wilhelm Nill. Dabei zeigten Chris Becker und Stefan Kistner nicht nur gesanglich, dass sie als nahezu perfekte stimmliche Imitate der beiden Künstler fungieren können, sondern bekleideten auch in ihren Dialogen, Intermezzi und Moderationen ihre Rollen und brachten auch Anekdoten, Erinnerungen und tiefsinnige Gedanken zu den einzelnen Titeln ein.
In der Darbietung ihrer Titel wechselten sich die Sänger ab: Den Auftakt machte Chris Becker / Herbert Grönemeyer „Musik nur, wenn sie laut ist“, dann folgten „Abenteuerland“, „Kinder an die Macht“, „Hör gut zu“, „Männer“ sowie „Funkelperlenaugen“ und als Abschluss des Konzerts „Lena“.
Die Begleitung übernahm größtenteils das 1. Orchester in Arrangements von Michael Maier, Martin Bellm, Markus Bellm und Wilhelm Nill. Die Arrangements bewiesen, dass sich die Sounds von PUR und Herbert Grönemeyer gut auf Akkordeon-Orchester übertragen lassen. Auch war eine große Freude aller Musizierenden in der Ausführung erkennbar. Das Publikum belohnte die Darbietungen mit lang anhaltenden Beifallsbekundungen – Anzeichen dafür, dass der Geschmack des Publikums getroffen wurde und die jeweiligen Interpretationen und Ausführungen großen Eindruck hinterließen.
Nach den Dankesworten wurden alle Mitwirkenden nicht ohne eine Zugabe entlassen, die in der Interpretation von Grönemeyers „Mambo“ erfolgte, bei dem die Percussionsinstrumente eine große solistische Passage darboten.
(Markus Bellm)
Die HCN-Prunksitzung wird im kommenden Jahr am Samstag, 3. Februar, um 19.31 Uhr in der Bruchbühlhalle veranstaltet.
Karten für 8,00 €/10,00 €/12,00 € gibt es im Vorverkauf am Samstag, 13. Januar 2018.
Zur besseren Transparenz erläutern wir hier die von der Verwaltung beschlossene Vorgehensweise („Spielregeln“) bei der Durchführung des Kartenvorverkaufs:
1. Der Vorverkauf beginnt am 13.01.2018 um 14.00 Uhr im Haus der Harmonika (Pfinzstraße 59). Die Reihenfolge entscheidet ein Losverfahren. Das Vereinsheim hat ab 13.00 Uhr geöffnet, um sich als Losteilnehmer am Vorverkauf einzutragen.
2. Das maximale Kartenkontingent pro eingetragene Person beträgt 16 Karten. Akteure haben ein garantiertes Kontingent.
3. Jeder Teilnehmer am Vorverkauf muss zum Zeitpunkt seines Aufrufs anwesend sein oder einen Vertreter beauftragen, der die Karten entgegennimmt. Es werden keine Karten zurückgelegt oder reserviert.
4. Jeder Teilnehmer muss genau die Anzahl Karten abnehmen, die er in der Liste angegeben hat. Die Karten müssen unmittelbar nach Erhalt bezahlt werden.
5. Nach dem 13.01.2018 können nicht vergebene Karten nach telefonischer Rücksprache direkt über Fam. Bellm (Tel. 07251/41340) oder per Mail an vorstand@hcneuthard.de erworben werden. Informationen über freie Plätze sind dann über das Internet (www.hcneuthard.de) verfügbar.
„Joe Cocker meets Bon Jovi“ – Herbstkonzert des Harmonika Club Karlsdorf-Neuthard
Wie jedes Jahr lud der Harmonika-Club Karlsdorf-Neuthard auch in diesem Jahr zu seinem jährlichen Herbstkonzert ein, das im Vereinsleben alljährlich den musikalischen Höhepunkt darstellt. Eine große Zahl an Zuhörern erlebte in der Bruchbühlhalle in Neuthard ein eindrucksvolles abwechslungsreiches und stilistisch vielfältiges Programm, dargeboten von den beiden Orchestern des Vereins sowie den Sängern Chris Becker und Stefan Kistner, die aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Stimmen mit denen der Sänger Joe Cocker und Bon Jovi einige aus deren Songs interpretierten.
Das 1. Orchester unter der Leitung von Wilhelm Nill eröffnete mit dem „Carmen-Vorspiel“, eine Transkription des berühmten „Torerolieds“ aus der Oper „Carmen“ von G. Bizet für Akkordeon, das Konzert. Das Stück vereinigt mit virtuosen und kräftigen wie auch mit ruhigen und leiseren Teilen große Kontraste in sich, die das 1. Orchester ausdrucksstark wiedergeben konnte. Von Beginn an waren neben dynamischen Abstufungen auch Virtuosität und innere Ruhe von den Spielerinnen und Spielern gefordert, die alle gut hörbar umgesetzt wurden.
Nach den feurig spanischen Torero-Klängen zum Auftakt erlebten die Zuhörer musikalisch verschiedene Facetten der Schweiz. Die für Akkordeon-Orchester komponierte „Schweizerische Rhapsodie“ von Rudolf Würthner, einem 1974 verstorbenen Akkordeon-Dirigenten, führte die Zuhörer nach einer majestätisch wirkenden Einleitung in die idyllische Bergwelt der Schweiz mit Bergen, Seen, Täler und Wiesen, bevor im eher fröhlich-lustig wirkenden 2. Teil des Werks immer wieder das bekannte Schweizer Volkslied „Vo Luzern uf Weggis zue“ herauszuhören war. Auch hier gelang es dem Orchester in eindrucksvoller Weise, die verschiedenen Stimmungen und Landschaften der Schweiz vor Augen zu führen. Den besonderen „Schweizerischen Touch“ verliehen dem Stück Klänge des Alphorns, das vom Vorstand Martin Bellm gespielt wurde.
Den Abschluss des 1. Blocks bildete „Sway“ von Dean Martin in Bearbeitung von Wolfgang Ruß. Zurückzuführen ist diese englische Version auf den kurz nach Ende des 2. Weltkriegs entstandenen mexikanischen Mambo von Luis Demetrio und Pablo Beltran Ruiz. Südamerikanische Rhythmen charakterisieren diese Musik, darum wurden auch in die Darbietung verschiedene Percussionsinstrumente einbezogen.
Im Anschluss nahm das Seniorenorchester auf der Bühne Platz. Mit dem bekannten „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi eröffneten die Spielerinnen und Spieler ihre Darbietungen. In der Ausführung interpretierten die Spielerinnen und Spieler gekonnt die vielfältigen dynamischen Abstufungen.
Mit einer Zusammenstellung seiner bekanntesten Lieder ließ das Seniorenorchester „Erinnerungen an Peter Alexander“ wach werden. Gekonnt zeigten die Spielerinnen und Spieler die diversen Charaktere der einzelnen Lieder und wies auch mit dem passenden Titel auf den „Feierabend“ des Werkes hin. Es zeigte sich, dass das Orchester gerade mit dieser Auswahl viele Zuhörer erreichte, die bei den einzelnen Titeln summten oder mitsangen.
Mit dem Walzer „Gedenke mein“ von Gustav Kanter, bei dem besonders die Virtuosität in der Keyboard-Stimme gefragt war, und dem Marsch „Gute Reise“ aus den „Ferienskizzen“ von Waldemar Leers beschloss das Seniorenorchester seine Darbietungen. Eine besonders ausgeprägte Leichtigkeit in der Interpretation des Marsches kann dem Seniorenorchester attestiert werden. Nicht ohne Zugabe wurde das Seniorenorchester entlassen.
„Joe Cocker meets Bon Jovi“ – unter dieser Überschrift stand der 2. Teil des Konzerts. Gestaltet wurde der 2. Teil von Chris Becker alias Joe Cocker sowie von Stefan Kistner alias Bon Jovi und dem 1. Orchester mit Dirigent Wilhelm Nill sowie als Gäste Daniel Brunner und Kevin Gutjahr an den Gitarren. Dabei zeigten Chris Becker und Stefan Kistner nicht nur gesanglich, dass sie die nahezu perfekten stimmlichen Imitate von Joe Cocker und Bon Jovi sind, sondern bekleideten auch in ihren Dialogen, Intermezzi und Moderationen ihre Rollen und brachten auch Anekdoten, Erinnerungen und tiefsinnge Gedanken zu den einzelnen Titeln ein.
In der Darbietung ihrer Titel wechselten sich die Sänger ab: Den Auftakt machte Stefan Kistner / Bon Jovi mit „Living on a prayer“, dann folgten „You are so beautiful“, „Bed of Roses“, „N’Oubliez Jamais“, „Runaway“, „The Letter“ und als Abschluss des Konzerts „With a little help from my friends“, das sowohl beide Sänger schon einmal interpretiert haben und an diesem Abend darum auch gemeinsam dargeboten wurde.
Die Begleitung übernahm größtenteils das 1. Orchester in Arrangements u.a. von Michael Maier, Markus Bellm und Wilhelm Nill, „Joe Cocker“ jedoch interpretierte seinen Einstiegstitel „You are so beautiful“ als Lobeshymne auf das Akkordeon um, das ihn hierbei solistisch begleitete. Die Arrangements bewiesen, dass sich Rock-Sound von E-Gitarren und E-Bässen gut auf Akkordeon-Orchester übertragen lassen. Auch war eine große Freude aller Musizierenden in der Ausführung erkennbar. Das Publikum bekundete die Darbietungen mit lang anhaltenden Beifallsbekundungen – Anzeichen dafür, dass der Geschmack des Publikums getroffen wurde und die jeweiligen Interpretationen und Ausführungen großen Eindruck hinterließen.
Nach den Dankesworten wurden alle Mitwirkenden nicht ohne eine Zugabe entlassen, die in der nochmaligen, aber doch durchaus anders gearteten Interpretation von „With a little help from my friends“ erfolgte.











