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VereinschronikDer genaue Tag der Vereinsgründung kann heute nicht mehr festgestellt werden, da die Aufzeichnungen des damaligen Schriftführers verloren gegangen sind. Auf jeden Fall war es im Sommer 1935, als die Firma „Musikhaus Schlaile“, Karlsruhe, im Gasthaus zur „Krone“ Harmonikainstrumente ausstellte. Daraufhin entschlossen sich 15 junge Spieler, ein Instrument zu kaufen und den „Handharmonika-Club Neuthard“ ins Leben zu rufen. Das Amt des 1. Vorstandes übernahm Josef Heneka, unterstützt von Hermann Reger als Schriftführer. Herrmann Zöller aus Untergrombach konnte als Dirigent gewonnen werden, der seine junge Truppe schon in drei Jahren so weit brachte, das erste öffentliche Konzert im Saal zum „Ritter“ zu wagen. Der gute Besuch ermunterte den Verein zu weiteren Veranstaltungen und zur Anschaffung des ersten Schlagzeugs, wofür auch Dirigent Zöller 20 Mark spendierte. Ein weiterer Vereinsausbau wurde aber zunächst durch den 2. Weltkrieg verhindert, da junge Spieler zum Wehrdienst eingezogen wurden. Die zunehmende Gefahr von Luftangriffen erschwerte den Besuch der wöchentlichen Proben in Untergrombach und verhinderte ihn ab 1944 ganz.
Längst war das Vereinslokal „Ritter“ zu klein geworden, und man dachte intensiv über den Bau eines eigenen Vereinsheims nach. Nach Zuteilung eines passenden Geländes durch die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard, unmittelbar neben dem Vereinsheim des Musikvereins, war es dann am 15. März 1980 so weit: In Anwesenheit von Bürgermeister Heinrich Huber und Architekt Philipp Weisbrod erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Zahllose Vereinsmitglieder waren beim Bodenaushub, den Rohbauarbeiten sowie dem Innenausbau ehrenamtlich tätig, so dass schon am 9. August 1980 Richtfest gefeiert werden konnte und am 14 März 1981,genau ein Jahr nach Grundsteinlegung, die Schlüsselübergabe erfolgte. Die Baukosten des „Haus der Harmonika“ betrugen nahezu 300.000 DM, deren Beschaffung vor allem ein Verdienst des Vereinskassiers und Bau-Organisators Erhard Baumgärtner war. Durch den Bau waren die HCN-Aktiven aber offensichtlich nicht ausgelastet, denn sie schafften es, gleichzeitig noch eine neue Aktivität ins Leben zu rufen: Die HCN-Prunksitzung. Erstmalig veranstaltet in der Faschings-Saison 1980/81 hat sie sich zu einer festen Tradition und zu einem Aushängeschild des Vereins entwickelt. Das Prunksitzung und Vereinsheim zur gleichen Zeit entstanden sind, wird noch heute durch den alljährlichen Auftritt der „Bausänger“ dokumentiert. Durch das Vereinsheim ergaben sich für den Verein ganz neue Möglichkeiten und die Zahl der Aktiven stieg stark an, insbesondere nachdem 1982 durch Bruno Maier ein Seniorenorchester gegründet wurde. Der weiteren Expansion des Vereins schienen keine Grenzen gesetzt, aber da geriet der Verein 1988 in eine schwere Krise. Einzelne Meinungsverschiedenheiten im Verein, zwischen Jung und Alt, zwischen aktiven Spielern und Verwaltung, wuchsen sich zu Streitereien aus, die Gräben wurden von beiden Seiten vertieft und nicht zugeschüttet, und schließlich kam es zur Eskalation. Ein Teil des Vereines, darunter viele aktive Spielerinnen und Spieler des 1. Orchesters, spaltete sich ab und gründete einen neuen Verein, der sich allerdings einige Jahre später wieder auflöste. Um diesen schmerzlichen Verlust zu verkraften musste der Verein, der seit 1988 von Bruno Maier geleitet und von Fritz Kappenstein musikalisch betreut wurde, erhebliche Anstrengungen unternehmen. So wurde 1989 von Michael Maier ein Jugendorchester gegründet, und es wurden Keyboard-Ausbildungskurse angeboten, die sich bald großer Beliebtheit erfreuten. Michael Maier übernahm 1994 von Fritz Kappenstein das 1. Orchester und integrierte dort sein gesamtes Jugendorchester, das gleichzeitig mit jungen Nachwuchsspielern neu gegründet wurde. Das musikalische Spektrum des HCN-Herbstkonzerts, das im Jubiläumsjahr 1995 erstmalig in der Altenbürghalle stattfand, wurde modernisiert und durch ausführliche Moderation, Videoeinblendungen, Tanz- und Gesangseinlagen aufgelockert, was beim Konzertpublikum sehr gut ankam.
Eine weitere Zäsur war 1999 zu verzeichnen, die zwei dienstältesten Verwaltungsmitglieder, Erhard Baumgärtner und Bruno Maier, schieden aus der Verwaltung aus. Das Amt des 1. Vorstands übernahm Walter Karcher. Fritz Kappenstein kehrte 2001 als Dirigent an die Spitze des 1. Orchesters zurück. Mit seiner pädagogischen und musikalischen Erfahrung bereichet er auch das HCN-Ensemble, das beim Herbstkonzert 2003 erstmalig aufgetreten ist. Die Leitung des Seniorenorchesters und des Jugendorchesters wechselte 2004. Neuer Dirigent beider Orchester ist Markus Bellm, hervorgegangen aus der eigenen Jugendarbeit. Der Vereinsvorsitz wechselte seit 2003 mehrmals. Nach Werner Ölberg und Joachim Benner übernahm Martin Bellm am 5. November 2008 das Amt, er ist der mit Abstand jüngste 1. Vorstand in der Vereinsgeschichte. Damit sich fast 75 Jahre Vereinsgeschichte in einem kurzen Abriss dargestellt. Natürlich konnten dabei nicht alle Ereignisse geschildert werden, und viele langjährige und verdiente Vereinsmitglieder mussten unerwähnt bleiben. Die Darstellung macht aber deutlich, dass der Verein im Laufe seiner Geschichte Großartiges geleistet hat und bedeutende Persönlichkeiten in seinen Reihen gezählt hat und heute noch zählt. Vor allem hat er es verstanden, sich immer wieder geänderten personellen, wirtschaftlichen, technischen und sozialen Randbedingungen anzupassen. Wenn diese Flexibilität erhalten bleibt, kann der Verein getrost in die Zukunft blicken. |
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© 2004 HCN |
Letzte Änderung: 15.11.2008 |
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